ÖPNV streikt – Taxi fährt

Heute streiken in 15 von 16 Bundesländern die Öffis. Die Verbraucher müssen sich andere Möglichkeiten für eine schnelle Fortbewegung suchen. Die Taxibranche steht mit 100.000 Fahrzeugen bereit. 

Taxi ist wertvoll – das merkt man besonders an Tagen wie heute, wenn Busse und Bahnen aufgrund eines Streiks der Gewerkschaft ver.di ausfallen. Das deutsche Taxigewerbe hat für den heutigen Tag alle verfügbaren Kräfte mobilisiert, um die Mobilität der Bevölkerung bestmöglich sicherzustellen. Darüber informierte der Bundesverband Taxi und Mietwagen in einer Pressemeldung. „Deutschlandweit stehen rund 100.000 Fahrzeuge des mobilen Gewerbes bereit, um Fahrgäste zuverlässig und sicher an ihr Ziel zu bringen“. heißt es dort.

„Unser Gewerbe wird alles tun, damit Menschen, die auf Mobilität angewiesen sind, auch während des Streiks unterwegs sein können“, erklärt Michael Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverbands Taxi und Mietwagen. „Mit rund 100.000 Fahrzeugen auf den Straßen leisten Taxis einen wichtigen Beitrag zur Grundversorgung.“

Der Bundesverband weist jedoch darauf hin, dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher auf längere Wartezeiten einstellen sollten. Durch den Ausfall von Bussen und Bahnen sei mit einer außergewöhnlich hohen Nachfrage zu rechnen. „Das Taxigewerbe kann den kompletten Pendlerverkehr des öffentlichen Nahverkehrs naturgemäß nicht auffangen“, so Oppermann. „Aber wir helfen dort, wo es möglich ist – insbesondere bei individuellen, zeitkritischen Fahrten.“

An Tagen wie heute muss sich die Taxibranche über Aufträge keine Sorgen machen, doch an vielen anderen Tagen reichen die Umsätze kaum, um die Kosten zu decken. Im ländlichen Bereich, wo die Taxibranche mit vielen Krankenfahrten zu Bestrahlungen oder Dialysen die Mobilität kranker Menschen sicherstellt, drücken die Krankenkassen als Leistungsträger die Preise ins Unwirtschaftliche (siehe Beispiel Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern). Wenn im ländlichen Bereich dadurch irgendwann keine Taxibetriebe mehr vorhanden sind, müssen die Krankenkassen auf teure Rettungsdienste zurückgreifen.

Auch in den Städten, in denen Plattformen wie Uber und Bolt mit unseriösen Dumpingpreisen agieren, sind die Umsatzeinbrüche der Taxibranche dramatisch. Das Schlimme daran ist, dass hier kein fairer Wettbewerb stattfindet, weil die Mietwagen, die für die Plattformen unterwegs sind, sich nicht an rechtliche Bestimmungen halten und sich damit einen irregulären Wettbewerbsvorteil erspielen. Es ist, als würden bei einem Fußballspiel die einen (Taxis) nach Regeln spielen, während die anderen (Uber & Co.) foulen, den Ball mit der Hand spielen und mehr als elf Spieler einsetzen, ohne dass dies geahndet wird.

Die Appelle der Taxibranche an die Politik und Aufsichtsbehörden, diese Wild-West-Zustände durch verstärkte Kontrollen und politische Entscheidungen (beispielsweise durch einen Mindesttarif für Mietwagen) endlich zu stoppen, werden dort nur vereinzelt erhört. Wenn auf diese Weise der Taxibranche schleichend der Saft abgedreht wird, haben die Plattformen das erreicht, was sie von Anfang an erreichen wollten: Das Taxi als Säule der mobilen Daseinsvorsorge soll zerstört werden. Gehört Uber und Bolt erst einmal der Markt der individuellen Personenbeförderung, werden aus den Dumpingpreisen ganz schnell Preise weit über den gesetzlich geregelten Taxitarifen.

Darauf weist auch der Bundesverband Taxi in seiner Pressemeldung hin: „Ein wichtiger Vorteil für Fahrgäste: Im Taxi bleibt der Preis auch in Ausnahmesituationen fair und transparent. Anders als bei plattformbasierten Angeboten gelten für Taxis verbindliche kommunale Tarife“. Oppermann meint dazu: „Gerade an solchen Tagen zeigt sich, wie wichtig verlässliche Regeln sind. Taxi steht für Fairness, Verlässlichkeit und Verbraucherschutz – auch und gerade dann, wenn die Nachfrage hoch ist.“

Gerade an Tagen wie heute sollte der Politik bewusst sein, wie wichtig das Taxi als Ergänzung zum ÖPNV ist. Diese unverzichtbare Säule der Mobilitätsvorsorge gilt es zu schützen – vor allzu sparwütigen Krankenkassen und vor rechtswidrig agierenden Plattformen.

Quelle: https://taxi-times.com/oepnv-streikt-taxi-faehrt/

 

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Veröffentlichung

Mo, 02. Februar 2026

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