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Ganzjahres- und Winterreifen: Und plötzlich ist es wieder Winter!

Wenn es schneit, dann meist plötzlich. Doch in vielen Regionen bleiben die Straßen nicht lange weiß. Deshalb gehen wir der Fragen nach: Ganzjahres- oder Winterreifen? Und welche sind die besten? (Von Gregor Soller)

Und plötzlich liegt wieder Schnee auf der Straße! Oft nur kurz, aber trotzdem. Dafür genügen immer öfter Ganzjahresreifen als bequeme Alleskönner – sie ersparen Reifenwechsel, das Schrubben von Felgen und den jährlichen „Werkstatttermin“. Wer wenig fährt, meist in der Stadt unterwegs ist und selten bis nie Schneeberge erklimmen muss, spart damit Geld, Zeit und Lagerplatz. Den Ganzjahresreifen spielt die technische Weiterentwicklung in die Hände respektive „Sohlen“, denn: Einst diente immer ein Sommer- oder Winterreifen als „Basis“, aus dem dann ein mehr oder weniger griffiger „Kompromiss“ geschnitzt und gebacken wurde. Vorbei: Mittlerweile haben alle namhaften Hersteller gelungene Mischungen und Profile im Angebot, was unabhängige Reifentests bestätigen. Ganzjahresreifen „gripen“ in der Kälte des Nordkaps ebenso wie in der Hitze Spaniens. Weshalb sie Mitteleuropas eher lauwarme Winter alle können. Wichtig ist nur, dass sie das 3PMSF-Symbol tragen, womit sie auch auf verschneiten Straßen zugelassen sind.

Trotzdem darf man ihr Können nicht überschätzen: Denn grundsätzlich greifen sie auf Eis und Schnee schlechter, fahren sich aufgrund tendenziell weicherer Mischungen im Sommer schneller ab und treiben den Verbrauch gegenüber reinen, rollwiderstandsoptimierten Sommerreifen durchaus dezent nach oben. Vielfahrer oder Bewohner alpiner Regionen können also mit zwei Satz Reifen auch monetär durchaus günstiger fahren. Wir nahmen die wichtigsten Neuerscheinungen unter die Lupe.

Der ADAC testete 16 Ganzjahresreifen – mit klarem Ergebnis

Im aktuellen ADAC-Test von 16 Ganzjahresreifen in der Dimension 225/45 R17 zeigen sich deutliche Unterschiede: Vier Modelle erreichen die Note „gut“ und sind empfehlenswert: Der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 überzeugt mit der besten Laufleistung von rund 68.000 Kilometern, der Continental AllSeason Contact 2 punktet durch hohe Sicherheit und eine starke Umweltbilanz, während der Pirelli Cinturato All Season SF3 und der Bridgestone Turanza All Season 6 als solide Allrounder gelten. Ebenfalls noch empfehlenswert sind vier Reifen mit der Bewertung „befriedigend“: der Michelin CrossClimate 2, der Dunlop All Season 2, der BFGoodrich Advantage All-Season und der Viking FourTech Plus, die jeweils ihre eigenen Stärken, etwa auf winterlicher Fahrbahn oder bei den Umwelteigenschaften, haben.

Elf Meter (!) Unterschied beim Bremsweg!

Weniger überzeugen konnten vier Modelle mit der Note „ausreichend“. Dazu gehören der Barum Quartaris 5, der Vredestein Quatrac Pro+, der Nexen N’Blue 4Season 2 sowie der Superia Ecoblue2 4S, der vor allem durch seine geringe Laufleistung auffällt. Komplett durchgefallen sind schließlich vier No-Names: der Arivo Carlorful A/S, der Petlas Multi Action PT565, der CST Medalion All Season ACP1 sowie der APlus AS909. Besonders beim Bremsweg offenbaren sie gravierende Schwächen – zwischen dem besten Reifen (Continental) und dem schlechtesten (Arivo) liegen mehr als elf Meter (!), das sind über zwei Fahrzeuglängen.

Das Fazit des Tests fällt gemischt aus: Positiv ist, dass inzwischen acht Modelle echte Alternativen zu spezialisierten Sommer- oder Winterreifen darstellen. Gleichzeitig ist jedoch immer noch die Hälfte aller getesteten Ganzjahresreifen nicht empfehlenswert, was vor allem an den Schwächen günstiger No-Name-Produkte liegt. Wobei vor allem die Nässe manche Allseason-Reifen im Wortsinn ins „schleudern“ bringt. Außerdem gilt: Laufleistung und Umweltbilanz werden wichtiger – hier punkten vor allem Goodyear und Continental. Beide holten im Test eine Gesamtnote von 2,3, während Bridgestone und Pirelli eine 2,5 einfuhren und das Topquartett komplettieren. Alle vier lösen den grundsätzlichen Zielkonflikt zwischen gutem Grip im Sommer bei hohen Temperaturen und dem im Winter auf Eis und Schnee bei niedrigen Temperaturen gut auf.

Unter diesem Link finden Sie den ADAC-Test: https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/reif…

„Auto Bild“ bestätigte die ADAC-Ergebnisse in der Dimension 225/40 R18
Den ADAC-Test bestätigte der große 2025er „Auto Bild“-Ganzjahresreifen-Test von 15 Ganzjahresreifen der Dimension 225/40 R18. Auch hier war schnell klar: Premium punktet, billig fällt durch. Fünf Modelle zeigten Spitzenleistungen, andere fielen in wichtigen Disziplinen zurück. Testsieger wurde hier der Pirelli Cinturato All Season SF 3, der sich die Note 1,1 holte. Er überzeugt mit sicherem Grip auf Schnee, kurzen Bremswegen bei Nässe, hohen Aquaplaning-Reserven und sportlich-präzisem Handling auf trockener Fahrbahn. Einzig die Laufleistung fällt etwas kürzer aus, doch als ausgewogener Allrounder ist er die klare Nummer eins. Auch andere Premiumhersteller glänzten: Der Michelin CrossClimate 3 (Note 1,3) punktet besonders auf winterlicher Fahrbahn, und Continental AllSeasonContact 2 (Note 1,2), der Vredestein Quatrac 225/40 R18 92V (Note 1,4), Hankook Kinergy 4S 2 (Note 1,5) und Bridgestone Turanza All Season 6 (Note 1,9) liefern ein starkes Gesamtpaket und schafften in der Benotung alle eine eins vor dem Komma. Bei den Wintertests im neuseeländischen Wanaka zeigte sich: Die Premiumreifen liegen beim Grip fast auf Winterreifenniveau, nur beim Bremsen bleiben sie leicht zurück. Budget-Modelle wie Goodride Z-401 oder Nankang Cross Seasons AW-6 verlieren dagegen deutlich an Sicherheit.

Auf dem nassen Wachauring in Österreich trennten sich die Klassen: Während Premiumreifen kurze Bremswege und hohe Aquaplaning-Reserven boten, kamen günstige Modelle wie Laufenn G Fit 4S oder Radar Dimax 4 Season schnell an ihre Grenzen – auch hier fehlt es an Grip und die Bremswege sind zu lang.

Im Trockentest setzten erneut Pirelli, Bridgestone und der sportliche Michelin die Maßstäbe. Schwächen zeigten dagegen Modelle wie der Dunlop Sport All Season 2, der beim Bremsen und Handling nicht mit der Spitze mithalten konnte – punktete aber mit hoher Laufleistung.

Unterm Strich bestätigte der Test: Moderne Premium-Ganzjahresreifen sind vielseitiger und sicherer denn je. Wer auf Qualität setzt, fährt nicht nur sicherer, sondern oft auch günstiger, da die Reifen länger halten. Billigreifen bleiben dagegen ein Risiko – schwach in Sicherheit, schwach in Haltbarkeit.

Unter diesem Link finden Sie den Auto-Bild-Test: https://www.autobild.de/produkttests/ganzjahresreifen-test-2025-225-40-…

„Auto Bild“ testete erstmals EV-Ganzjahresreifen

Außerdem erprobte „Auto Bild“ EV-Ganzjahresreifen der Dimension 245/45 R19 – hier ist das Angebot noch dünn und die Ansprüche sind hoch: E-Auto-Reifen müssen nicht nur Sicherheit auf Schnee, Nässe und trockener Straße bieten, sondern zusätzlich mit niedrigem Rollwiderstand die Reichweite verlängern. „Auto Bild“ testete den neuen Hankook iON FlexClimate, den Michelin CrossClimate 2 und den Vredestein Quatrac Pro. Die Tests fanden unter realistischen Bedingungen auf einem Winterprüfgelände in Ivalo (Finnland, nördlich des Polarkreises) mit festgefahrener Schneedecke statt, um Traktion, Bremswege, Slalom und Handling zu bewerten. Dann ging es in die trockene Hitze der iberischen Halbinsel im spanischen IDIADA-Zentrum, wo man Fahrdynamik, Bremsen aus 100 km/h, Kurvenhandling und Fahrspaß testete. Dazu kamen Nässetests auf Kreisbahnen und Aquaplaning-Strecken sowie Brems- und Handlingtests. Die Effizienz ermittelte man mit Prüfstandmessungen zum Rollwiderstand, um Stromsparpotenzial und Reichweitenvorteile zu ermitteln.

Den Sieg holte der Hankook iON FlexClimate mit der Note 1,4. Der Koreaner zeigt sich als echter Allrounder. Auf Schnee sicher, bei Nässe mit weitem Abstand vorne und im Aquaplaning-Test ungeschlagen. Dazu bietet er präzises Lenkverhalten, gute Balance und geringen Rollwiderstand, ohne die Nasshaftung zu opfern, womit er Sicherheit und Fahrspaß kombiniert. Die Note 1,9 „ergripte“ sich der Michelin CrossClimate 2: in den Winterdisziplinen unschlagbar, speziell auf Schnee mit besten Werten. Beim Rollwiderstand gleichauf mit Hankook, bei Nässe und Aquaplaning aber etwas schwächer. Der Vredestein Quatrac Pro (Note 2,8) zeigte solide Leistungen, bleibt jedoch hinter den Premiums zurück. Vor allem bei Schnee und Nässe fehlen ihm die Reserven der anderen. Auch dieser Test beweist, wie weit sich EV-spezifische Ganzjahresreifen entwickelt haben: Moderne Ganzjahresreifen bieten ein Niveau, das vor wenigen Jahren noch unerreichbar schien.

Quelle: https://vision-mobility.de/fachmagazin/fachartikel/mobilitaet-ganzjahres-und-winterreifen-und-ploetzlich-ist-es-wieder-winter-387796.html

 

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